Branchentreffpunkt E-Mobilität

Die Fachgesellschaft e’mobile von Electrosuisse ebnet den Weg für die E-Mobilität und bringt die Akteure zusammen. Sie organisiert überregional Branchentreffs für Fachleute und Publikumsausstellungen. EKT ist Partner bei den Thurgauer Fachanlässen.

E-Mobilität ist heute das Top-Thema in der Energiebranche. Sie betrifft viele Player im Markt, von der Autogarage über die Anbieter von Ladeinfrastruktur bis hin zum Energieversorgungsunternehmen (EVU). Aber auch die Konsumentinnen und Konsumenten setzen sich zunehmend damit auseinander, vor allem, wenn sie eine eigene Solaranlage auf dem Dach haben und den Strom am liebsten gleich selber nutzen möchten. In Amriswil und Frauenfeld trafen sich Vertreter verschiedener Fachbereiche zu einem Update und Informationsaustausch zur E-Mobilität.

Zur Einstimmung zeigte Herr Urs Schwegler von e’mobile, Fehraltorf, auf, wohin sich der Markt entwickelt. Nachdem über viele Jahre E-Mobile eher die «hässlichen Entlein» waren, wandelt sich das Bild mit dem Markteintritt von Tesla. Die Firma zeigt, dass ein E-Mobil auch sportlich sein und ein ansprechendes Design haben kann. Heute überbieten sich die Hersteller mit Ankündigungen von neuen Modellen in den kommenden zwei oder drei Jahren.

Die Thurgauer EVU sind mehrfach von dieser Entwicklung betroffen. Einerseits gibt es immer mehr Photovoltaikanlagen, die Strom in das Netz einspeisen, andererseits sollen E-Mobile mit hohen Leistungen geladen werden können. Trifft beides zeitlich zusammen, fliesst der Strom lokal, das heisst vom Dach direkt in den Autoakku. Meist ist es aber so, dass die Photovoltaikanlage am Mittag Strom produziert und das E-Mobile am Abend geladen wird. Das Referat von Raphael Schneggenburger von der EKT Energie Thurgau, Arbon, zeigt exemplarisch auf, was die Herausforderungen sind. Um zu erkennen, wo das Netz den künftigen Belastungen standhält und wo Engpässe entstehen können, soll das EVU eine Netzanalyse erstellen. Dann ist auf der Netzlandkarte auf einen Blick erkennbar, bei welchem Ausbaugrad die Netzknoten überlastet sind. Auf dieser Basis kann das EVU Netzausbauten proaktiv in die Wege leiten.

Am Frauenfelder Anlass zeigte Markus Graf von Enersol die erfolgreiche Umsetzung eines Energienetzes, das die Bedürfnisse nach Strom, Wärme und Kälte auf dem Bioweingut Lenz, Iselisberg, aufeinander abstimmt. In Kombination mit einer grossen Photovoltaikanlage, einem Strom- und einem Wärmespeicher wird die lokale Energienutzung optimiert. Zugleich kann dank dem Stromspeicher auf eine Netzverstärkung für die grosse PV-Anlage verzichtet und im Notfall das Weingut sogar als «Inselanlage» autonom mit Energie versorgt werden.

An den anschliessenden Fachmessen zeigten Anbieter Lösungen zum Laden der E-Mobile, zum Strom produzieren und speichern und E-Mobile mit vier und zwei Rädern, die teilweise auch für eine Probefahrt genutzt werden konnten.